Lehrstunde in Bürgerkunde (von Jens Kulenkampff)

In seinem „Abschiedsbrief“ an seine „Parteifreunde“ hat der Baron zu Guttenberg eine bemerkenswerte Unterscheidung getroffen, als er schrieb, er werde sich künftig zu bestimmten Fragen „nicht als Politiker, sondern als politisch denkender Mensch äußern“. Nun leuchtet es ein, daß nicht jeder politisch denkende Mensch auch Politiker sein kann (die meisten politisch denkenden Menschen haben ja nebenher noch was zu tun, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen). Aber man sollte doch meinen, daß jeder Politiker auch ein politisch denkender Mensch ist. Offenbar ist das nicht so. Nun bin ich der festen Überzeugung, dass der Baron zu Guttenberg, weiß, was er schreibt(doch, doch, doch!), und versteht, was er sagt, und weil er unzweifelhaft bis vor nicht allzu langer Zeit ein Politiker war, wenn er es nicht  irgendwie immer noch ist und vielleicht dermaleinst (z. B. wenn Bayern einmal einen neuen CSU-Landesvater brauchen sollte) wieder sein wird, so bin ich ihm für die Lehrstunde in Bürgerkunde ausgesprochen dankbar: Bitte, bringt mir die Politiker nicht mit den politisch denkenden Menschen durcheinander! Äußert sich einer als Politiker, dann durchaus nicht als politisch denkender Mensch. Und äußert sich einer, der vielleicht Politiker ist, als politisch denkender Mensch, so heißt das beileibe nicht, daß wir ihn als Politiker beim Wort nehmen dürfen. Und jetzt – herzlichen Dank, verehrter KTG! – verstehe ich unsere Politiker viel besser!

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